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Hans Jürgen Lüsebrink

Saarbrücken, Germany
Interkulturelle Diversität erzählen – Darstellungspotentiale fiktionaler Literatur und wissenschaftliche Erkenntnismöglichkeiten der Humanities
Monday, 11th September | 14:00 – 15:30

Dieser Vortrag zielt darauf ab, die Möglichkeiten des Erzählens und der sozio-kulturellen Wahrnehmung von kultureller Vielfalt aus einer zweifachen Perspektive heraus zu beleuchten: zum einen unter dem Blickwinkel, welche Darstellungsformen die zeitgenössische fiktionale Literatur in unterschiedlichen Kulturräumen (Kanada, Europa, Afrika, Vorderer Orient) entwickelt hat, um die Komplexität kultureller Vielfalt zu erzählen. Neben dem Werk der kanado-libanesischen Schriftstellerin Abla Farhoud und der senegalesischen Schriftstellerin Fatou Dioume, die hierfür unterschiedliche, experimentelle Erzählformen entwickelt haben, wird das literarische und essayistische Werk des franko-libanesischen Schriftstellers Amin Maalouf hierbei im Fokus stehen. Zum anderen verfolgt der Vortrag die Zielsetzung, den Beitrag der Humanities bei der Analyse und ‚Konstruktion’ kultureller Diversität zu beleuchten, ausgehend sowohl von literaturtheoretischen Überlegungen (u.a. Robert Filford: The Triumph of Narrative. Storytelling in the Age of Mass Culture, 1999) als auch von Theorieansätzen der Interkulturalitäts- und Multikulturalismusforschung (M. Terkessidis, J.-L. Amselle, M. Wieviorka). Den Humanities, so die These, kommt eine zentrale Bedeutung in der kritisch-kreativen Auseinandersetzung mit Diversität zu, bei deren gesellschaftlicher ‚Verhandlung’ und Wahrnehmung die Erzähldimension in Literatur und Medien eine kaum zu überschätzende Rolle spielt.